Wo sind wir jetzt?

Als ich mich in Korce halbwegs erholt hatte, stiegen wir in die Sättel um endlich Griechenland zu erreichen. Einige Kilometer nach der Grenze, irgendwo in den Hügeln, schlugen wir unser Nachtquartier auf.

Erste Nacht in Griechenland

Am nächsten Tag wurden wir von Schafherden und Hunden geweckt, die durch die Berge, und um uns rum, zogen, um fressbares zu finden. So ging es bald weiter Richtung Innland. Hier war die Landschaft deutlich grüner und nicht mehr so trocken. An einem Bach fanden wir super essbare Wildpflanzen, über die wir uns gleich her machten. Wir sammelten Brennesseln, Löwenzahn, Sauerampfer, Platterbse, Klee, Spitzwegerich uvm.

Achtung, Bären und Wölfe kreuzen! Und wir schlafen hier im Zelt. o.O

Abends gab es dann noch grün zu den Kartoffeln. Den Vitaminboost hatten wir auch dringend nötig, nach dem leeren (leer an Nährstoffen) Weißbrot und der ekeligen Marmelade aus Albanien.
Am nächsten Tag ging es weiter von Mesopotamia Richtung Tessaloniki.
Das Wetter wurde zunehmend schlechter, wie auch unsere Stimmung. Wir fuhren bis nach Verga und stellten uns in ein kleines Bushäuschen am Straßenrand, um mal ein paar Minuten dem Regen zu entfliehen. Wir versuchten unsere Hände mit dem Gaskocher aufzuwärmen und mit etwas heißem Haferbrei unsere Gemüter. Beides klappte semi-gut.

Krass, bei google findet man sogar das Häuschen, in dem wir bei Regen Schutz suchten.
Krass, bei google findet man sogar das Häuschen, in dem wir bei Regen Schutz suchten. Warum geh ich eigentlich raus, um was zu erleben!? 🙂

Ich versuchte es schonmal wieder mit Trampen, da ich heute keine Lust und Energie mehr hatte, die wirklich schwierigen 18km bis Asprogia zu schaffen. Dazu kam, dass wir kein Proviant und nur noch wenig Wasser hatten und weit uns breit keine Einkaufsmöglichkeit in Sicht. Das Trampen stellte sich bei ca. einem Auto alle 10 Min. als schwierig heraus.
Zum Glück trat eine Frau heran, die den Eindruck mache, als wartete sie auf den nächsten Bus -und tatsächlich! Er nahm uns mit bis nach Aminteo.
Die anderen Fahrgäste waren sichtlich amüsiert. Sie dachten wohl, die dummen Touries, was die wohl meinen, hier heut mal eben drüber zu radeln zu können.^^

In der Nähe des Limni Petron Sees schlugen wir dreckig, nass und kalt unser Nachtlager auf.

Das Wichtigste ist, dass der Frau die Schokolade nicht ausgeht. 😉

Wir grübelten über den Verlauf unserer Reise. Langsam dämmerte es uns, dass es im Moment nicht so gut lief und wir beide ziemlich ausgezerrt waren. Klar, nass und bergig, schwierige Strecken, dass ist die eine Sache, die uns auch vorher bewusst war. Hinzu kam jedoch der Aspekt der finanziellen Belastung.

Wir haben gehofft, dass wir es besser wegstecken würden nur mit einem Minimum an Geld klarzukommen. Wir sahen zuvor nicht jeden Tag das Gefühl an der Gemüsetheke: “ Hm, eigentlich wär was gesundes mal wieder nötig, aber eigentlich ist das nicht im Budget.“ Dieser finanzielle Druck war zunehmend belastend. Ebenso wuchs das schlechte Gewissen unseren Familien gegenüber, die uns stets in allen schwierigen Situationen unterstützen.
So konnte es nicht weiter gehen.
Natürlich ist es möglich mit so wenig oder noch weniger auszukommen. Aber dafür muss man mental offenbar gefestigter sein als wir und noch wesentlich mehr auf andere Leute zugehen können. Wir merkten, dass wir noch nicht so weit sind. Unser Kartenhaus fiel zusammen.
Auf diese Art und Weise konnten wir unsere Tour nicht weiterführen. Mit Jobs sah es hier ebenso mau aus.
Wir entschlossen uns, mit einem lachenden und einem weinenden Auge, ein fortführen unserer Fahrradreise zu vertagen.

Ne Europatour, auch schonmal was!

Das tolle daran ist, dass wir nun wieder wissen, was wir uns ebenso vom Leben wünschen. Zuvor waren wir gelangweilt vom Alltagstrott, aber nun sind wir viel dankbarer als jemals zuvor mit allem, was uns sonst selbstverständlich geworden war: Fließend Wasser, ein Dach über den Kopf, ein weiches Bett, dass man Sonntags einfach mal liegen bleiben kann, richtig Essen kochen, unsere Familien und Freunde und so viel mehr.
Manch einer wird enttäuscht sein und glauben, wir hätten unser Ziel nicht erreicht. Dem ist nicht so. Unsere Ziele haben sich nur geändert. Wir freuen uns nun auf unsere Zeit in Bielefeld. In der wir mental weiter reifen und uns finanziell noch besser auf unsere Globetour vorbereiten möchten. So wünschen wir uns, unser Glück on the Road in 1-2 Jahren vielleicht dort weiter zu führen, wo wir nun aufgehört haben.
Wir sind mega glücklich und dankbar für die unzähligen tollen Erfahrungen, gerade mit fremden Menschen, die wir bisher erleben durften. Nun geht unsere Reise vorerst im schönen Teutoburger Land weiter, bis es wieder fernere Regionen zu erkunden gilt. Die Ausrüstung ist ja nun schonmal da.

Wir danken euch allen für euer Interesse an unserer Reise durch’s Leben und für eure Unterstützung. Es wäre schön, wenn wir uns hier zu einem anderen Zeitpunkt erneut treffen könnten. Bis dahin wünschen Alex und ich euch nur das Beste für euern Weg. Roll on! 😉

Ein vorerst letztes gemeinsames Bild auf unserer Tour. An der Küste von Thessaloniki.
Thessaloniki
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Juhuu, sogar am Flughafen in Thessaloniki gibt es Leute, die sich für Tiere einsetzen.
Nachdem wir die Räder selbst eingewickelt hatten, mussten wir sie in München schnell wieder auspacken und zusammenbasteln, um den Zug zu bekommen.

Stop! Ihr seid noch da? Super! 😀 Auch, oder gerade weil, es bei uns im Moment keine weiteren, frischen Reiseberichte zu lesen gibt, möchten wir euch den klasse geschriebenen und liebevoll gestalteten Blog von Carmen empfehlen. Sie hat es noch längst nicht aus dem Sattel gerissen! Im Moment tourt Carmen bereits durch den Iran, aber findet es am besten selbst herraus:

www.veganworldfriendshiptour.de

Am besten mit dem Daumen, dann verpasst man nix:

veganworldfriendshiptour bei fb

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Einmal quer durch Albanien

Wir fuhren über die Grenze Richtung Shkodra und sofort folgte der erste (Kultur-) Schock! Die Behausungen wirkten verkommen und zugleich unfertig, der Verwesungsgeruch eines großen, toten Hundes stieg über die Straße, mitten im Örtchen. Ein paar freundliche Kinder folgten, die uns bestaunten und unsere Hände im vorbei fahren abklatschten. Danach ein leeres Flussbett, völlig übersät mit Müll, darin ein Hund und ein Schwein, welche nach fressbaren suchten. Oh man, ist das übel hier, dachten wir. Wir übernachteten in Shkodra bei Mikel, den wir über „Warm Showers“ fanden, in seinem Green Garden Hostel. Es war gut einen sicheren Schlafplatz zu haben, um sich erstmal einzufinden. 

in Shkodra
 
Am nächsten Tag ging es weiter Richtung Tirana. Die Leute am Straßenrand gaben sich oft freundlich und interessiert. Trotzdem war allen die Armut anzusehen. Viele versuchen am Straßenrand alles zu verkaufen, was irgendwie zu Geld zu machen ist. Ob es sich um eigenes Obst, Gemüse, gesammelte Walnüsse oder den in unmittelbarer Nähe gefangenen Fisch handelt. Die Güter werden oft mit Hilfe von Schuppkarren oder alten Pferdewagen heran gepfercht. 30km vor der Hauptstadt, Tirana, bogen wir nach unserer ersten Autobahnfahrt mit dem Drahtesel in ein kleines Nest ein, um einen Zeltplatz zu suchen. Den Rest unserer Zeit hier möchten wir euch gerne mit Hilfe von Bildern erzählen, da diese ja bekanntlich mehr als 1000 Worte sagen… 🙂

 

Radeln in Albanien ist sehr angenehm. Die anderen Verkehrteilnehmer sind sehr entspannt und rücksichtsvoll – wesendlich besser, als in Italien und Kroatien.
 
 
Auf dem Weg nach Tirana wurden wir spontan zum Schlafen von dieser unglaublich netten und gastfreundlichen Famile aufgenommen.
  
wir durften sogar im Bett von Oma und Opa schlafen, eine Wiederrede wird nicht akzeptiert. sie sagten, wir gehören jetzt zur Familie. Berührungsängste gibt es hier nicht.
 
 
Ich wurde nach dem Duschen in einen frischen Schlafanzug gesteckt und dann wurde sogar für uns vegan gekocht.
  
die 4 Kids lernen zum Glück Englisch in der Schule, auch sie waren mega nett und zuvorkommend.

 
Der süße Hund läuft den ganzen Tag ums Haus und bewacht Hühner und Gemüsebeete.

 
In diesem kleinen Haus lebt die 9 köpfige Famile. Ein extra Kinderzimmer gibt es nicht und gewaschen wird draußen im Eimer. Sie sind bescheiden, scheinen aber trotzdem zufriedener. alles was geht wird selbstgemacht oder angebaut.
  

Wie viele andere Albaner, haben sie auch eine eigene Milchkuh. leider sind die Tiere meist irgendwo angebunden, da sich niemand eine Weide, geschweige denn einen Zaun leisten kann. wenigstens ist das Kalb in diesem Fall daneben angebunden.
   
 
am nächsten Tag trafen wir auf Pablo aus Stuttgart. Er ist mit Rad auf den Weg nach Indien und begleitete uns 5 Tage.

 
Wir übernachteten gemeinsam auf einer , von Tirana 20 km entfernten Hochebene. Der Bauer, welcher am nächsten Tag mit seinem Esel vorbei kam, nahm es gelassen, so wie alle hier, wenn man fragt, ob man auf ihrem Grund nächtigen kann.
   
Am nächsten Morgen schoben wir über die unfertige Autobahn Richtung Elbasan

 
   
 
Da uns die Polizei davon abhielt durch den Tunnel zu fahren, blieb uns nur der Weg über den Berg. Auf geht’s!
 
  
 
Endlich mal einer da, der uns zusammen ablichten kann! 🙂

   

  

Blick Richtung Elbasan. Wenn man erstmal merkt, wie weit man oben ist, kann man kaum glauben, dass man es allein so hoch geschafft hat! 😀
   
man kann es wohl nicht erkennen, aber da unten düsen gerade Alex und Pablo hinab.
 
   

Nach Elbasan schliefen wir irgendwo an einem Fluss, von dort aus ging es nur 15 km weiter zu diesem Ort. hier, weiter oben an Fluss konnten wir endlich mal nen Tag Pause machen, so verbrachten wir 2 Nächte hier.
  
Nebendran diese abenteuerliche Brücke, über die, die Jungs täglich ihre Ziegen treiben.
  
Nüsse knacken, wie früher.

 
im Hintergrund der Hund des „Ziegen“-Jungen. er war sehr verängstigt. einmal wurde das arme Tier grundlos in die Seite getreten, hungrig war er auch stets.
 
 
Viele Familien leben in solch halbfertig gebauten Häusern.
 
 
Diese Schlange trug Alex von der Straße an einen sichereren Ort.

 
Oh man, am nächsten Tag, Richtung Ohridsee wieder bergauf.
 
Langsam mal die Nase voll davon und wir wussten ja nun, dass wir es können. also warum nicht mal LKW-Trampen probieren. Wie ihr seht, hat es geklappt!
 
Alex beim LKW-Surfen. Das war spaßig! 😀
     
Schöne Landschaft -vermüllt. Da unten kann man schon etwas den See erahnen.

  
 
Mit dieser armen, verhungerten Seele teilten wir unser Essen auf dem Berg.

 
Am nächsten Tag trennten sich wieder unsere Wege.
  
 
Coole Kürbisse
 
 
Übles Wetter heut und schon wieder bergauf.
 
 
Die Familie (es sind nicht alle drauf) hatte Mitleid und fischte uns von der nassen Straße. Wir bekame einen warmen Platz auf der Couch und trockene Socken geschenkt. Eine unglaubliche Gastfreundschaft, hier in Albanien. Nach 1 Stunde ging es sber wieder raus in den kalten Wind. Der Regen wurde so krass, dass wir 1,5 Std. bei einer Tanke verweilen mussten. Hier wurden wir ebenso rein gebeten und es wurde uns Tee spendiert.

 

 So, jetzt wisst ihr, wie es uns in diesem armen Land mit den unglaublich lieben Menschen ergangen ist. 

Am Tag nach dem Gewitter ging es mir so übel, dass ich MagenDarm und fast Fieber bekam. Es war immer noch kühl und nass. Um kein Risiko einzugehen sind wir in Korce in ein günstiges Hotel gegangen.

Morgen soll es dann endlich weiter nach Griechenland gehen.

Fazit: Bisher ist Albanien unser liebstes Land. Schauen wir, was noch folgt. 🙂

Von Italien über Slowenien und Kroatien nach Montenegro

14 Tage ist es her, dass wir uns von Chiara und Andrea auf Richtung Slovenien gemacht haben. Seit dem ist eine Menge passiert, nur eine vernünftige Tastatur ist uns noch nicht unter die Finger gekommen.Wir haben Palmanova durchquert, eine geometrische Stadt in Form eines 9-zackigen Sterns, die ersten Flüchtlinge an einem Fluss in Gorizia angetroffen und haben anschießend in Slovenien bei Katja und Erik übernachten dürfen.

   

mein Lieblingsplatz bisher
  
aus Katja’s Garten
 
Es folgte ein ganzer Tag Berg auf, nach dem wir die Nacht irgendwo zwischen Autobahn und Wald auf einer Wiese verbrachten. Die folgenden 2 Tage strampelten wir auf und ab, gefühlt durch eine andere Welt. Eine Landschaft menschenleer, absolut still und soweit das Auge reicht nur Wälder und karge Felder. Eine mystische Stimmung, die Kulisse kam uns teils vor, wie aus einem Western oder „Herr der Ringe“ – Film. Hier suchten wir abends auf einen geraden Stück Wiese Schlaf.

   
   
Das Tal veränderte sich jedoch schon bald vom „Tal der Ruhe“ in ein Tal der, für uns, „grauenhaften Schreie“. Es hier die ganze Nacht an, bis wir den Ort verließen. Dazu kam der extrem starke Wind, und das Gewitter, sowie der Regen, welche sich, gerade als einen Zeltplatz fanden, über uns ausrollte und in den Berg schob.

   
   
Wir rätselten, nachts weiter darüber, was wir für ein dumpfes Grölen und Rufen hören. War es eine einsame Kuh oder gar ein Bär in der Falle, der sich vor Schmerzen windete? Ich jedenfalls konnte bei diesen teils jämmerlich klingenden, dunklen Schluchzen kaum Schlaf finden.

Am nächsten Tag wurde uns jedoch schnell klar, dass es sich um Hirsche handeln musste, die in der Paarungszeit waren, nach dem Motto „Wer hat den lautesten?“ Na, super!

Es hat fast 2 Tage gebraucht, bis wir in Rijeka ankamen. Hier war es laut, voll und stinkig. Und dazu ging es rechts steil den Berg runter und links ebenso hinauf. Online erfuhren wir durch diverse Quelle, dass in Kroatien Wildcampen schwer möglich ist und an den Küsten kontrolliert wird. Ein Campingplatz war nicht in Sicht und wir fühlen uns nach drei Tagen in den Hügeln schon etwas wie Waldmenschen. Wir wussten nicht wo hin, so ließen wir uns hinreißen und checkten für eine Nacht in ein Hostel ein. Bett und Duschen, geil!

Am nächsten Tag erfuhren wir, dass die Preise der kroatischen Campingplätze auch nicht mehr das sind, was sie mal waren. Wir merkten, wir müssten schnell weg hier, das könnten wir uns hier nicht leisten und Couchsurfen funktionierte auch nicht. Die Einwohner sind teils so arm, dass sie die Urlauber an der Fähre abfangen und ihnen versuchen ihre eigene Wohnung mitunter. Gut, was tun? Ab in den Zug und in Split Umstieg auf die Fähre um Kroatien zu überspringen. Nach einer halben Nacht in den nassen Bergen (hier mussten wir 5 Stunden auf einen Anschlusszug warten) waren wir froh, in Dubrovnik angekommen zu sein. Hier radelten wir, bis es nicht mehr ging zum nächsten billigen Campingplatz und blieben zwei Tage.

   

Campen umter Granatapfel- und Kakibäumen
    
   
Mit neuer Kraft, aber nun leider finanziell ziemlich abgebrannt, pedalten wir uns zu Marco, in dessen „Nature Park“ wir kostenlos zelten durften. Hier trafen wir auch zwei französische Biketraveller, dessen Ziel ebenso Istanbul war. Das war ein schöner Austausch.

Am nächsten Morgen ging es weiter nach Montenegro, hier ist es ebenso bergig, wie in Kroatien und man kommt nicht schnell voran. In den folgenden zwei Nächte schliefen wir hinter Büschen, wo wir unser Zelt aufschlugen. Gestern haben wir es bis Ulcinj geschafft und heute soll es rüber nach Albanien gehen. 

   

Wilde Tomaten gefunden 🙂
    
  
Kolibri
  
   
Endlich kommen die Preise uns entgegen. Kartoffeln für 27 Cent pro kg! Aber leider müssen wir hier 3€ am Tag für Trinkwasser benutzen. Hoffentlich wird das in Albanien besser und hoffentlich bekommen wir in der Türkei einen Job, damit wir uns das Visum für die folgenden Länder leisten können. Ihr seht, ganz ohne Geld geht es im Moment bei uns auch nicht, aber wir tun was wir können um Minimalistisch zu leben. Minimalismus im allgemeinen ist ein toller Weg um Ressourcen zu schonen, sowie seinen Geldbeutel und die Umwelt weitestgehend zu entlasten. Hierzu gibt es auch schon eine Menge toller Online-Blogs.

Über Montenegro haben wir bisher erfahren, dass es ein aufstrebendes Urlaubsland zu sein scheint, es aber auf der anderen Seite viele arme Menschen, sowie verwahrlost streunende Hunde und Katzen. Ebenso scheint das Umweltbewusstsein der Einwohner noch nicht geweckt worden zu sein. Die Landschaft ist wunderschön, aber wenn man an den Klippen hinunterschaut liegt vieler Orts eine Menge Müll, er wird hier regelrecht entsorgt. Sehr schade, dass wir Menschen immer noch so kurzsichtig handeln und nicht versuchen, die Welt weniger zu zerstören. Das hat in mir, zusammen mit dem großen, überfahrenen Hund, den wir zuvor neben einem Tunneleingang sahen, einen kurzen weinerlichen Nervenzusammenbruch ausgelöst. An den Anblick werde ich mich wohl jedoch gewöhnen müssen. In den nächsten Ländern (Albanien, Mazedonien, Griechenland usw.) wird wohl eher noch schlechter werden. 

Immerhin gibt es Hoffnung. Einerseits, die schon erwähnte Minimalismus-Bewegung, wo jeder von uns mitmachen kann (yeah!), und zudem gibt es jetzt, auch schon die ersten Ohne-Verpackung-Supermärkte. Also wenn ihr mal in einem der wenige Städte, wo es die bisher gibt (Berlin, Köln, München und wo noch?) seid, dann schaut doch mal rein. 🙂

   

    
   
  

Eine Frage der Einstellung

Was braucht man eigentlich um so eine Reise zu machen? Nicht viel. Nur ungefähr Zehntausend Euro, fűr Ausrűstung und alles was sonst so dazu gehőrt. Klingt jetzt erst einmal gar nicht so, als bräuchte man nicht viel, denn Zehntausend Euro sind ja eine ganze Menge. Wer hat schon einfach mal so Zehntausend Euro? Die wenigsten und wir hatten sie auch nicht. Doch tatsächlich ist der finanzielle Aspekt nicht ganz so entscheidend. Schauen wir uns einmal unsere Situation von vor ungefähr einem Jahr an, als die Idee zu dieser Reise in uns zu reifen begann. Natascha war eine Studentin ohne jegliches Einkommen mit ein klein wenig Ersparten, das vom Verkauf ihres Autos übrig geblieben war und ich war ein Azubi mit einem monatlichen Einkommen von 600 Euro und einem Kontostand von minus 800 Euro. Davon lebten wir beide und wir haben gewiss nicht schlecht gelebt. Also keine optimalen Bedingungen um so ein Unternehmen in die Tat umzusetzen und doch haben wir diese Reise realisiert. Was wir dafür gebraucht haben? Wie gesagt, Zehntausend Euro, denn so viel haben wir ungefähr in dieses Projekt investiert. Doch was man wirklich für solch ein Unternehmen braucht, was es uns ermöglicht hat diese Reise anzutreten und was uns zu dem benötigten Kleingeld verholfen hat, ist Entschlossenheit. Das wirklich Entscheidende ist, dass man seine Ziele und Träume mit Entschlossenheit verfolgt und sich nicht von vermeintlichen Hindernissen, wie nicht vorhandenem Geld, mangelnder Fitness oder ähnlichem davon abhalten lässt seine Träume zu realisieren, denn wo ein Wille ist, ist bekanntlich auch ein Weg. Das Einzige was uns davon abhält, nach unserem Ziel zu streben sind wir Selbst. Unsere „ich kann nicht“, „ich darf nicht“ oder „ich trau mich nicht“ Haltung, verhindert dass wir das Leben führen, das wir uns wünschen und sorgt dafür, dass wir es meistens gar nicht erst versuchen. Doch wir sollten uns trauen, denn wir dürfen unsere Träume und Ziele verfolgen und wir können sie auch erreichen, wenn wir entschlossen sind. Und selbst wenn wir unser Ziel nicht erreichen sollten ist das nichts Schlimmes, denn wichtig ist, dass wir es versuchen, dass wir es uns zutrauen und es uns zugestehen, das Leben zu führen, das wir uns wünschen. Und oft ist es auch gar nicht so wichtig, das gesetzte Ziel tatsächlich zu erreichen, es dient häufig vielmehr als Punkt zur Orientierung und beim Streben danach finden wir heraus wer wir sind und was wir wirklich wollen, denn nicht selten ändern sich unsere Ziele im Laufe unseres Lebens. Doch wichtig ist, dass zu tun was man wirklich möchte und was man wirklich möchte findet man häufig erst heraus, wenn man beginnt das zu tun was man möchte. Klingt jetzt sehr banal, doch die wenigsten Menschen tun was sie wirklich möchten und das nicht, weil sie nicht wissen was sie gerne tun würden, sondern viel mehr weil sie glauben, dass sie ihre Träume ohnehin nicht erreichen können, sie verharren in den gewohnten Strukturen und arrangieren sich damit nicht das Leben zu leben, dass sie sich wünschen. Doch wie gesagt, was uns von einem glücklicheren und erfüllteren Leben trennt, sind wir selbst. Wir müssen uns nur trauen, die gewohnten Strukturen zu verlassen und nach etwas Neuem zu streben, das muss dabei keineswegs eine Fahrradreise sein. Jeder Mensch hat gewisse Träume und Wünsche, sei es eine berufliche Neuorientierung, ein Wechsel des Wohnorts oder was auch immer, doch meistens bleiben diese Träume eben Träume. Doch das muss nicht sein, es liegt allein an uns, wir müssen es nur tun und meistens stellen wir es uns schwerer vor als es ist. Wir suchen nach vermeintlichen Gründen und Hindernissen die unseren Zielen im Weg stehen und entmutigen uns selbst so sehr, dass wir es gar nicht erst versuchen. Die Angst vor dem Unbekannten, die Angst vor dem Versagen bringt uns dazu in dem Altbekannten zu verharren. Doch wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Wir sollten uns von unseren Ängsten lösen und beginnen, das Leben zu leben das wir uns wünschen und wir können das. Es ist wichtig vertrauen in sich selbst zu haben, denn sowohl Erfolg als auch Niederlage beginnen in unseren Kčpfen. Vieles im Leben ist eine Frage der Einstellung und mit der richtigen Einstellung ist es um einiges leichter seine Ziele zu erreichen.

Vom Garda See und Handytauchgang

Nachdem wir fùr euch unseren Blog auf den neuesten Stand gebracht haben, war es schon wieder Mittag geworden und warm. Bei 30 Grad strampelten wir zum Garda See, von dem wir schon so oft aus Deutschland gehòrt hatten. Wir besichtigten Desenzano del Garda und konnten, die sich auftùrmenden Berge, seitlich am See, hinter den leichten Schleierwolken erahnen. Fùr  uns ein Grund lieber weiter gen Ost, als Nord zu radeln. Da wir am nàchsten Tag noch, die allseits gelobte Landzunge, Sirmione, entdecken wollten, suchten wir uns einen Schlafplatz, unweit vom Touristengebiet in einem kleinen Wàldchen, in dem eine ehemalige Schweinefarm stand. Mich gruselte es etwas. Aber die Gebàude waren zum Glùck ausser Sichtweite.

Desenzano del Garda

hungrige Vögel


Hier ging es für uns nicht weiter
Die Burg durften wir nur von aussen sehen

Am folgenden Vormittag, auf der Landzunge angekommen, tat sich vor uns eine Brùcke zu einer Burg auf. Der einzige Weg auf die Spitze Sirmione. Ein Polizist hielt uns auf. Fùr Autos war hier sowieso gesperrt, aber fùr Bikes auch. Oh, nein! Wir wùrden unsere Ràder mit all unserem Hab und Gut niemals hier allein zwischen den vielen Menschen zurùck lassen, also Rùckzug angesagt. War wohl auch sinnvoll, denn kurze Zeit spàter berichtete uns ein Mùnchener Pàrchen, welches wir am Garda See trafen, dass hier einer Freundin am Nachmittag, das an einen Baum festgekettete, Rad gestohlen wurde, indem der ganze Baum abgesegt wurde! Oje. So radelten wir rasch Richtung Verona. Und hier passierte es!

Zum Waschen und Flaschen auffùllen besuchten wir ein Supermarkt-Klo. Und, oh nein, hier fiel mir mein Smartphone in den Lokus! Oh, Schreck! Natùrlich habe ich es blitzschnell wieder rausgefischt, aber dennoch war es einmal untergetaucht. So zog sich das Wasser langsam durch das Mobiltelefon und nach und nach versagten alle Funktionen!

Das Handy war uns mittlerweile ein sehr wichtiges Hilfsmittel geworden, wir nutzten es fùr alle Fotos, den Blog, Kontakt zu Familie und Freunden, allgemeine Recherchen, Schlafplatzfindung und Navigation. Und nun war es kaputt!

Wir fuhren geschwind zum nàchsten Handyshop um es òffnen zu lassen, damit es besser trocknet. Der Telefontechniker sagte, keine Chance. Aber die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt. Ein neues, nùtzliches, Smartphone hàtte  mind. 150 Euro gekostet und das wàre eigentlich wirklich nicht drin gewesen.

Aber eine Nacht im Reis belebte das Handy zum Glùck wieder neu. Ein Wunder! 😀 Danke!

Schlafen neben den Weinreben
in Vicenza
ebenso Vicenza
In deutschen Bioläden teuer, hier wächst er draußen wild: der Portulak
Endlich klares Wasser zum Waschen! Die Sandalen habe ich leider am nächsten Morgen beim Zeltabbau in der Dunkelheit vergessen :/
in Italien gibt es vieler Orts kostenlose Trinkwasserhähne, ein Glück für uns und vorbildlich

So konnten wir allerdings auch keine Fotos vom schònen Verona machen. Zum Schlafen ging es dann wieder aus der Stadt an den Rand eines Weinfeldes. Um nicht entdeckt zu werden, war Aufstehen um 5:30 Uhr angesagt. Das war auch nòtig, dann als wir 45 Min. spàter die Reben verliessen, war hier schon wieder betrieb. Die folgenden 2 Tage, in Vicenza und Treviso, liefen àhnlich ab. Wenn wir in den gròsseren Stàdten, die wir ansteuerten, keinen freien WiFi-Hotspot vorfanden, schliefen wir irgendwo am Feld und mussten frùh wieder aufbrechen.

wir waren sehr erstaunt über den ersten Granatapfelbaum, den wir in unserem Leben je sahen!
Und prompt bekamen wir noch zwei vom Besitzer geschenkt

Gestern jedoch hatten wir grosses Glùck! Wir fanden ùber Couchsurfing zufàlliger Weise ein veganes Pàrchen in Matta di Livenza, bei denen wir nach 5 Tagen endlich wieder richtig duschen und nach 14 Tagen unsere Wàsche in einer Maschine waschen durften. Das muss das Gesetz der Anziehung gewesen sein (es gibt viele Bezeichnungen fùr diesen Wirkungskreislauf, z.B. Keymastersystem oder die Beschreibung in „The Secret“, ich denke es kann funktionieren),  denn es scheint wahrlich noch nicht viele Veganer in der Gegend und in ganz Italien zu geben, wie uns Chiara und Andrea erklàrten. Sie leben mit drei Katzen in einer schnuckeligen Wohnung nahe der Innenstadt. Sie produzieren einige Grundnahrungsmittel, wie Brot,Sojamilch und Tofu selbst, da in den Supermarktprodukten leider immer mehr ungesunde Zusatzstoffe enthalten sind und gùnstiger ist es auch. Wir freuen uns ùber ihr bewusstes handeln sehr und verstehen uns auch sonst so gut, dass wir hier noch eine zweite Nacht verbringen kònnen. So bekommen wir noch eine Stadtfùhrung und besuchen ein gerade statt findendes Bùcherfestival. Da wir sowieso eine Pause einlegen wollten und die letzte schon wieder eine Woche her ist, trifft sich unsere Begegnung sehr gut. Dennoch mòchten wir in zwei Tagen in Slowenien einradeln und sind schon sehr gespannt auf das Land und die Leute!

Andrea zeigt uns, wie er Tofu selber macht, cool!
fertiger Tofu
Dieses Gerät aus Deutschland ist das Geheimnis hinter der selbstgemachten Pflanzenmilch
Andrea veganisiert ein typisches italienisches Parmesan-Gericht, es heißt Parmigiana
Wir sind sehr glücklich Andrea und Chiara getroffen zu haben
Sein Name ist Mr. Muffin 🙂

Noch ein paar Strassen-Facts fùr Italien:

  • die Hupe gilt als allgemeines Kommunikationsmittel
  • auf dem Zebrastreifen wirst du ebenso „weggehupt“, also nur betreten wenn die Strasse frei ist oder das herrannahende Auto freiwillig hàlt
  • fùr Zweiràder aller Art scheinen andere Regeln zu gelten, rote Ampeln sind eine Empfehlung
  • mit Warnblinker darfst du ùberall und aus edem Grund halten
  • Radwege, wenn vorhanden, fùhren oft ins nichts/leere oder enden mit einer hohen Kante

Lago Maggiore und Mailand

Nachdem wir uns auf der deutlich wàrmeren Sùdseite, des Gotthards, haben runter rollen lassen, landeten wir in Bellinzona. Hier hatten wir erneut kein Glùck mit dem Couch Surfing, also blieb uns nichts anderes ùbrig, noch nicht erholt von der Vornacht und dem Tag, als unser Zelt in der Dunkelheit mittem im Park aufzuschlagen. Um 6 Uhr ging es weiter zum Lago Maggiore. Die Gegend ist wunderschòn und wir verbrachten die folgenden 4 Tage an dem See. 2x frei an einem „eigenen Strand“ und darauffolgend 2 Tage auf einem Campingplatz, um mal wirklich abschalten zu kònnen. Die schòne Zeit am See hat uns zurùck geholt und wir sind glùcklich ùber unsere Reise. Ueber die vielen Erfahrungen und die unzàhligen tollen Menschen, die uns tàglich unterstùtzen. Wir danken euch vom Herzen!  Ein riesen Dankeschön geht auch an unsere Familien, ohne dessen Unterstützung wir es deutlich schwerer hätten! Danke, dass ihr uns helft unseren Traum zu verwirklichen! ❤ ❤ ❤

Zwischen Bellinzona und Lagio Magiore
Zwischen Bellinzona und Lago Maggiore
Power-Frùhstùck: Samenstrànge vom Breitwegerich
Power-Frùhstùck: Samenstrànge vom Breitwegerich
Die erste Nacht am See
Die erste Nacht am See
Beim Abspannen muss man manchmal kreativ werden
Beim Abspannen muss man manchmal kreativ werden

2015-09-14 08.06.11

2015-09-14 08.07.14

2015-09-14 08.03.55
Wieder mal ein langer, steiniger Weg zu einem Zeltplatz. Ein Geheimtipp eines Anwohners
Es lohnt sich jedoch immer, wenn nach einem solchen verwunschenen, mystischen, von Eidechsen beachten Weg...
Es lohnt sich jedoch immer, wenn nach einem solchen verwunschenen, mystischen, von Eidechsen beachten Weg…
... ein so schòner, verlassener Strand liegt!
… ein so schòner, verlassener Strand liegt!

2015-09-14 08.03.32

Vom Lago Maggiore radelten wir frisch und fròhlich 80 km nach Milano (Mailand). Weiterhin ohne Schlafplatzglùeck, suchten wir uns ein Feld fùr unser Zelt, um am nàchsten Tag frùh die Innenstadt zu besichtigen.

Samstagmorgens war zum Glùck noch nicht so viel los und wir konnten uns diese herrliche, antike Stadt in Ruhe ansehen. Sie ist wirklich mit Abstand eine der schònsten, die ich bisher besichtigen durfte. Wir hatten jedoch noch was vor, nàmlich 70 km Richtung Osten, nach Chiari zu strampeln, weil es hier nach einer Woche endlich wieder Jemanden gab, bei dem wir ùbernachten durften. Einige Stunden an einer stinkigen Hauptstrasse und ein paar Landstrassen spàter, erreichten wir Elena’s zu Hause. Wir verbrachten einen schònen Abend mit der Studentin und ihrem Bruder. Es gab leckeres, selbstgemachtes Brot, Gemùse und natùrlich Pasta. Wir waren happy zu hòren, dass sie Vegetarier seien und im dem Hause auch nur Pflanzenmilch genossen wird. Wunderbar! Englisch reden war nun angesagt, erstmal wieder rein kommen. Aber es wird.

in Mailand
In Mailand
2015-09-14 08.00.55
Triumphbogen am Eingang zur Galleria Vittorio Emanuele II
2015-09-14 08.01.34
Der Mailänder Dom ist ein Wahrzeichen der Stadt. Weisser Marmor – selten fùr einem Dom
2015-09-14 08.02.35
In Mailand findet ùbrigens zur Zeit die Expo-Messe statt.

2015-09-14 08.02.03 2015-09-14 08.02.16 2015-09-14 08.01.49 2015-09-14 08.01.09

Der nàchste Morgen kam wieder schnell und wir radelten weiter. Nàchstes Ziel Gardasee – dachten wir. Aber das Wetter machte uns einen Strich durch die Rechnung. Es fing mega an zu schùtten und winden. So konnten wir uns nur fùr 2 Stunden auf einen Tankstellenparkplatz retten. Hier empfingen wir eine Nachricht ùber die Warm-Shower-App (extra fùr Radreisende, die sich gegenseitig Hosten wollen -perfekt fùr uns!) fùr ein Schlafplatzangebot in Brescia. Es war nicht alt zu weit und wir wurden herzlich von Beatrice‘ Kindern empfangen. Wir kochten abends gemeinsam Kartoffeln, Mangold und Zucchini und ùbten Englisch. Es war eine schòne Zeit.

Heute werden wir zum Gardasee aufbrechen und es hoffentlich noch bis Verona schaffen. Wir hoffen, dass das spàter vorrausgesagte Gewitter uns nicht aufhalten wird! Ciao und habt eine gute Zeit! ❤

Elena' Vater zeigte uns ein Rezeptbuch zur China Study, nach dem er sich mit Erfolg ernàhrt.
Elena‘ Vater zeigte uns ein Rezeptbuch zur China Study, nach dem er sich mit Erfolg ernàhrt.
2015-09-14 07.59.59
Alles anziehen was ich hab und Alex‘ Jacke geklaut…

2015-09-14 08.00.14

Ein Versuch sich mit heissem Chiapudding aufzuwàrmen
Ein Versuch sich mit heissem Chiapudding aufzuwàrmen. Den Primus-Kocher mussten wir leider zur Reperatur zurùck senden. Aber dieser 16Euro-Gaskocher làuft prima!
Hier scheint man ohne Altersbeschrànkung Pornos am Automaten zu bekommen. o.O
Hier scheint man ohne Altersbeschrànkung Pornos am Automaten zu bekommen. o.O

Hoch hinauf und wieder runter

Endlich wieder Zeit fùr einen neuen Blog und das mit italienischer Tastatur. Ich (Natascha, die letzten 3 Eintràge waren von Alex) entschuldige mich jetzt schonmal fùr die falschen ù’s, à’s, ò’s und was euch noch auffallen wird. Auch wenn es technisch oft schwierig ist, mòchten wir euch trotzdem gerne, so gut es geht, auf dem Laufenden halten. 🙂
Vor einer Woche haben wir Luzern verlassen. Wir konnten uns bei Clivia in Ebikon erholen und die Seele baumeln lassen. Sie zeigte uns ihre schòne Stadt, die tatsàchlich so begehrt ist, dass auch stetig viele Touristen aus Japan, mit ihren langen Selfisticks, zugegend sind. Also aufpassen, wo man hinlàuft! Auss(sz gibt es hier auch nicht)erdem besuchten wir gemeinsam ein supersùsses Café, wo es sehr viele vegane Leckereien gab.
Herrliches Gebàck und vegane Latte gab es beim Crazy Cup Cake
Herrliches Gebàck und vegane Latte gab es beim Crazy Cup Cake

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Eine der am meisten fotografierten Sehenswùrdigkeiten in der ganzen Schweiz
Eine der am meisten fotografierten Sehenswùrdigkeiten in der ganzen Schweiz
Das perfekte Buch und eine Karte schenkte uns Clivia. Wir fanden es in einem 2-Hand-Bùchergeschàft. Man muss nicht immer alles neu Kaufen. :)
Das perfekte Buch fùr uns und eine Karte schenkte uns Clivia. Wir fanden es in einem 2-Hand-Bùchergeschàft. Man muss nicht immer alles neu Kaufen. 🙂
Hier fahren sogar die Busse teils mit Strom
Hier fahren sogar die Busse teils mit Strom
Dennoch zog es uns samstags Richtung Gotthard. Wir wollten die bekannte Fahrrad-Nord-Sùd-Route nehmen, alles klappte gut. Es gibt super Radwege in der Schweiz und eine vernùnftige Ausschilderung. Irgendwann fùhrte uns diese jedoch zu einer Fàhre. „Das kònnen wir uns nicht leisten.“ dachten wir und „man wird den See doch umfahren kònnen“. Ha. Ha.
Es ist ja schon sehr schòn hier, aber leider nicht unsere Preisliga
Es ist ja schon sehr schòn hier, aber leider nicht unsere Preisliga
Wir suchten mit unserer Navi-App eine Alternative und es ging nach 2 Kilometern einen Berg hoch. Der blòde Berg hòrte aber nicht auf und in den noch blòderen Kurven hatte ich, auf der engen Strasse, Angst von einem schnell vorbeirauschendem Fahrzeug erfasst zu werden. Einige hupten auch erschrocken oder erbost, weil sie hier keine mutigen Radfahrer oder -Schieber erwarteten. Meine Mutti und einige Glùcksbùcher sagen in einfach ausgedrùckt: „Manche Probleme lòsen sich von selbst.“ Alex war schon làngst vorraus, also setzte ich mich in eine Parkbucht und wartete. Wer nicht weiter kann muss stehen bleiben, dachte ich. Wenige Minuten spàter kam ein Mercedes mit Frau angefahren, daneben sass Alex. Sie hatte mich gesehen und ihn ùberzeugt mein Velo ein Stùck hochzubringen. Ich durfte bei ihr mitfahren. Yeah, supercool. Ich nannte sie „Engel Nr. 2“ , gleich nach Clivia (Nr. 1 in der Woche). Man braucht jeden Tag einen Engel. 🙂 Ich hab mich so drùber gefreut, dass ich den Rest des Anstiegs dann auch wieder selbst meistern konnte.
Hier schlug ich mich teils in der Regenrinne vorran, aus Angst, auf der Strasse ùberfahren zu werden :)
Hier schlug ich mich teils in der Regenrinne vorran, aus Angst, auf der Strasse ùberfahren zu werden 🙂
Als wir dann endlich oben waren, dachten wir, ging es allerdings weiter auf und ab, unermùdlich. Also die Berge, nicht wir. Dann schafften wir es von Emmetten nach Seelisberg. Es war es ca. 18 Uhr und am regnen. Ein wegweisender Anwohner empfahl uns das „schlafen im Stroh“ bei einem Bauern in Anspruch zu nehmen. Wir fuhren hin. Es war eine schòne Aussicht und wir hatten schon Alex‘ Mutti bescheid gesagt, dass wir gut angekommen sind. Und es war uns in dem Moment egal, was es kostet. Es kostet 28Euro pro Person, Dusche extra. Bitte? Gibt’s das woanders nicht umsonst? Mist, davon kònnen wir ùber 1/2 Monat Essen kaufen! Es war 19 Uhr, wir mussten weiter!
Die Aussicht beim Stroh-bauern war wunderschòn, allerdings nicht im Rahmen unserer Mòglichkeiten
Die Aussicht beim Stroh-Bauern war wunderschòn, allerdings nicht im Rahmen unserer Mòglichkeiten
Weiter nach Altdorf, wo wir 13 (!) Leuten ùber Couchsurfing geschrieben haben. Dann kam die Treppe. DIE Treppe. Es gab keinen anderen Weg fùr uns. Sie war ewig lang, und keineswegs Reiseradtauglich. Wir brauchten 1,5 Std. um unsere Ràdern und die Taschen einzelnd hinunter zu hiefen. Stùck fùr Stùck. Sie fùhrte nach Bauen. Von dort aus noch 10 km nach Altdorf im Nassen und Dunklen. Endlich da, jemanden nach einen Hotspot gefragt, gab es niemanden, der uns haben wollte. Manno. Wir fuhren weiter Richtung Gotthardpass und schliefen aus Verzweifelung in einem Verkaufszelt, vor einem Baumarkt. o.O
Besser runter, als rauf! ;)
Besser runter, als rauf! 😉
Hier kommt jeder auf seine Kosten :D
Hier kommt jeder auf seine Kosten 😀
Morgens frùh weg, damit uns bloss keiner entdeckt
Morgens frùh weg, damit uns bloss keiner entdeckt
Um 6 klingelte der Wecker und es ging weiter. Immernoch kalt und nass trafen wir bald zum Glùck auf Engel Nr. 3. Er fand uns dabei, wie wir versuchten mit unserem kaputten Kocher etwas Warmes zuzubereiten. Wir wurden zum Kochen und Duschen zu ihm nach Hause eingeladen. Ein Lichtblick.  Wir wurden ebenso aufgeklàrt, dass es zur Zeit, aufgrund einer Baustelle, nicht mòglich war, den Gotthardpass mit dem Radl zu ùberqueren. Also mussten wir von Erstfeld nach Airolo den Zug nehmen. Die gesparten  56 Euro wurden nun leider komplett vom den Tickets aufgefressen. Aber es war die richtige Entscheidung und aus der teuren Schweiz sind wir nun auch endgùltig raus! Nun immer der warmen Sonne entgegen. Buon giorno, Italia! 🙂
Talfahrt nach Airolo
Talfahrt nach Airolo
Tschùss Berge
Tschùss Berge
Da oben làsst sich der Gotthardpass erahnen, den wir uns zum Glùck sparen mùssten :)
Da oben làsst sich der Gotthardpass erahnen, den wir uns zum Glùck sparen mùssten 🙂

Grüezi aus der Schweiz

Von Freiburg aus sollte es weiter gehen Richtung Schweiz. Wir kamen diesmal allerdings noch später los als sonst und verliessen so erst um kurz nach 5 den Garten von Gloria und Alex, bei immer noch über 30 Grad. So kamen wir an diesem Tag nicht mehr allzu weit und schlugen 27 Kilometer nach Freiburg unser Zelt versteckt hinter Büschen auf.


Am nächsten Morgen saßen wir dann schon um 9 Uhr auf unseren Farradsätteln. Heute wollten wir die Schweiz erreichen und fuhren unserem Ziel Basel zügig entgegen. Mittags erreichten wir die Grenze und passierten den Zoll.

Das letzte Foto auf deutscher Seite. Tschühüüss! 🙂

Da fiel uns etwas auf. Auf den Werbeplaketen fehlte das bekannte Euro Zeichen, stattdessen stand dort CHF. Da dämmerte uns etwas. Die Schweiz gehört ja gar nicht zur EU und Euro gibt es hier auch nicht, sondern Franken, die wir natürlich nicht im Portemonnaie hatten, also Geldwechseln, aber erst morgen.
An diesem Abend kamen wir bei Tobias unter, der uns freundlicherweise die Couch in seiner WG zur Verfügung stellte und uns verriet, dass man in der Schweiz wohl durchaus mit Euro bezahlen konnte, zumindest in den meisten Geschäften.

Kochen mit Tobias

So wollten wir am nächsten Tag einfach unser Brot, wie gewohnt, mit Euro bezahlen und auf diesem Wege Geld wechseln. Als wir dann den nächstbesten Supermarkt betraten folgte der große Schock. Ach du Sc****e ist das hier alles teuer. Die bei uns, aufgrund ihres niedrigen Preises, so beliebte Erdnussbutter war hier mehr als doppelt so teuer und auch an den anderen Waren standen Preise bei denen einem schwindelig werden konnte. Doch es hilft ja alles nichts, dafür werden einige der kommenden Länder wieder günstiger werden. Trotzdem sollten wir uns nicht allzu lange in der Schweiz aufhalten.
Ein weiteres Problem mit dem wir konfrontiert waren, war das fehlende mobile Internet. Suchten wir uns doch bisher unsere Schlafplätze via Handy und Facebook, schien das jetzt erstmal wegzufallen. Doch glücklicherweise leben wir in einer Zeit in der es fast überall FREE WIFI gibt, so auch in den Migros Filialen in der Schweiz. So geben wir nun immer, wenn wir eine dieser Filialien passieren unser Gesuch auf, fahren weiter und sehen uns bei der nächsten Filiale die Antworten an.
So kamen wir am Abend unseres zweiten, stark verregneten Tages bei Karin, Michael, Emelie und Julia an, auf deren ausgebauten Dachboden wir in einem komfortablen Bett nächtigen durften. Wir unterhielten uns sehr nett mit Karin und Michael unter anderem über die Unterschiede und Gemeinsamkeiten der Schweiz und Deutschland, auch im Bezug auf die momentane Flüchtlingssituation, bei der sich die Schweizer wohl sehr solidarisch zeigen. Wir sprachen ebenso über die Haltungsbedingungen in der Tierindustrie und in diesem Kontext erzählten uns die beiden, dass sie in ihrem Garten gerettete Hühner hielten. Hühner die für die Eiproduktion nicht mehr rentabel sind und ausrangiert werden sollen, finden im heimischen Garten Asyl. Kommen sie federlos und in einem furchtbaren Zustand an, eben so, wie so eine Legehenne aussieht, erholen sie sich recht schnell. So tummeln sich dort auf der Wiese gesunde und gefiederte Hühner, was uns sehr freute.

Glückliches, gerettetes Huhn
Altersruhesitz für die Hennen
Dank Karin und Michael wurde unsere Ausrüstung um ein wichtiges Item ergänzt – eine Solarladestation. Danke dafür!

Mittwochs ging es weiter durch die schöne Schweiz, die für Radfahrer nicht ganz so angenehm ist. Sehr hügelig ist es hier und so mussten wir an diesem Tag viel bergauf fahren und brachten einige Höhenmeter (690) hinter uns und die wirklichen Schweizer Berge liegen noch vor uns. Na das kann ja was werden. Am Abend erreichten wir, nach 65km rauf und runter, unser Tagesziel, Ebikon. ein Vorort von Luzern.

Beweisfoto für die ersten Höhenmeter 🙂
Für die Kühe waren wir wohl ein seltsamer Anblick…
… so wie für mich, Alex beim Schieben zu sehen!

   Hier sind wir bei Clivia und ihren drei Katzen untergekommen. Sie schien uns die Erschöpfung richtig anzusehen, denn Clivia bot uns freundlicherweise direkt an, dass wir gerne etwas bleiben können um wieder zu Kräften zu kommen und unsere Wäsche zur Abwechslung mal in einer Waschmachine zu waschen und nicht ,wie sonst, in Waschbecken und Bächen. So sind wir jetzt schon den zweiten Abend in Ebikon, haben frisch gewaschene Wäsche, ich habe gerade für uns alle zusammen Abendessen gekocht und gleich werden wir eine weitere erholsame Nacht in einem bequemen Bett verbingen, bevor es morgen weiter geht oder vielleicht auch erst übermorgen -auf Richtung Gotthardpass.

der Ölwechsel wird von den jungen, künftigen Muttertieren genauesten beobachtet
der Ölwechsel wird von den jungen, künftigen Muttertieren genauesten beobachtet
Heute gab es überbackene Auberginen mit Kartoffeln…
… und dazu selbstgemachten Mozzarella mit Tomaten. Natürlich alles vegan.
Als süßes Knuddel-Dessert gab es noch drei Kätzchen

4 Wochen, eine erste Bilanz

Auf den Tag genau vier Wochen sind wir jetzt unterwegs und anhand der gesammelten Erfahrungswerte lässt sich schon mal ein vorläufiges Fazit ziehen. In Deutschland haben wir gut gelebt, sind vielen sehr freundlichen Menschen begegnet, die uns auf unserer Reise unterstützt haben, ob durch das Auffüllen unserer Trinkflaschen oder dadurch, dass sie uns Haus und Hof geöffnet und uns beherbergt haben. An dieser Stelle nochmal danke an alle, die uns unterstützt haben, ohne Menschen wie euch wäre so eine Reise für uns nicht möglich. Wir wurden zum Essen eingeladen, manch erfrischende Dusche wurde uns angeboten und auch in dem ein oder anderen Bett konnten wir schlafen. Dazu gab es hier und da noch ein wenig Proviant für unterwegs. Durch die freundliche Unterstützung unserer Mitmenschen haben wir es geschafft wirklich günstig zu leben und kommen zurzeit auf durchschnittlich 3 €/Tag für 2 Personen.

Diese investieren wir vor allem in Lebensmittel. Wir ernähren uns möglichst günstig. Brot mit Erdnussbutter, Schokoaufstrich oder Marmelade stehen bei uns fest auf dem Speiseplan. Abends wird dann gekocht. Reis, Nudeln, Bulgur o.ä. meist mit Bohnen in Tomatensoße. Um unsere Ernährung sinnvoll und gesund zu ergänzen nehmen wir zusätzlich all das was Mutter Natur uns zu bieten hat. Brombeeren, Äpfel oder diverse Wildpflanzen wachsen zuhauf am Wegesrand und versorgen uns mit Vitaminen und Nährstoffen.

 Dadurch und durch das was uns freundlicherweise angeboten wurde, wurden wir bisher immer satt und geschmeckt hat es auch noch. Abgesehen von Lebensmittelkosten waren unsere Ausgaben sehr gering, wenn man die Anschaffung eines neuen Zelts mal außen vor lässt. Da muss man hier mal die Fähre bezahlen um sicher über den Rhein zu kommen oder man braucht Treibstoff für den Kocher. Unterwegs wird da sicherlich noch einiges dazu kommen, sollte man ein Schlauch ersetzt werden müssen oder wir in ein Land einreisen in dem wir in Visum benötigen. Wir werden berichten wie es sich über den weiteren Verlauf unserer Reise entwickelt.

Bei unserem Kocher haben wir leider festgestellt, dass der Betrieb mit Tankstellenbenzin nicht ganz so optimal ist. Durch die hohe Rußbildung verstopft die Düse recht schnell, was dazu führen kann, dass der Kocher während des Kochens einfach ausgeht und nicht wieder anspringen will. Tankstellenbenzin sollte daher nur in Ausnahmenfällen verwendet werden, es funktioniert zwar aber machte eine häufige Reinigung der Düse erforderlich. Daher steigen wir jetzt auf Brennspiritus um. Nicht viel teurer als Benzin und unser toller Omnifuel Kocher von Primus lässt sich ja glücklicherweise mit allem betreiben. Wir werden sehen ob das Ganze mit Spiritus besser wird.

Täglich Superfoods vom Wegesrand, dieses Mal Brennessel, eine Hanfpflanze

Was wir auch in den 4 Wochen beobachten konnten, sind ganz konkrete Veränderungen an uns selbst. Der Bauch wird flacher, die Schenkel straffer und der Hintern knackiger, was nicht nur ästhetische Vorteile bringt. Tat das stundenlange Sitzen auf dem doch recht harten Fahrradsattel anfangs noch weh, ist es inzwischen durch den knackigeren Hintern weit weniger unangenehm und man merkt es kaum noch. Die strafferen Oberschenkel bringen uns mittlerweile um einiges schneller die verschiedenen Steigungen hoch und ermüden auch nicht mehr so schnell wie am Anfang. Und der flache Bauch, nun der sieht dann doch vor allem gut aus. Über Muskelkater mussten wir in den 4 Wochen auch nicht ein einziges Mal klagen. Ein Phänomen, dass wir schon länger bemerkt hatten und von dem auch viele andere Veganer berichten. Durch die vegane Ernährung bleibt der Muskelkater aus und die Muskeln regenerieren wesentlich schneller. Ich hatte seit zwei Jahren keinen richtigen Muskelkater mehr und das, obwohl ich mitunter sehr intensiven Sport betrieben habe. Alles in allem merken wir, dass wir um einiges fitter geworden sind und sich unser Körper langsam an die permanente Beanspruchung anpasst. Zurzeit fahren wir so 40 bis 60 Kilometer am Tag, Tendenz steigend.
Trotz unserer erhöhten Fitness und der sich regelmäßig steigernden Anzahl gefahrener Kilometer mussten wir leider feststellen, dass wir unsere Route so wie wir sie ursprünglich geplant hatten nicht ganz schaffen werden. Der Umweg über Spanien lässt sich zeitlich wohl nicht verwirklichen, wenn wir im Winter wie geplant in der Türkei sein wollen. Schade, wollten wir doch eigentlich den Pilgerweg fahren und hatten uns extra das Credencial besorgt, wie es sich für echte Pilger gehört. Aber wir sind eben auch erst im August losgekommen und nicht wie ursprünglich geplant im Juni. Manchmal brauchen wir halt einfach etwas länger um in Fahrt zu kommen.
Auch ein weiterer Punkt. Wir haben festgestellt, dass es noch großes Potential nach oben gibt, was den täglichen Start anbelangt. Wir brauchen mitunter noch recht lange bis wir morgens alles abgebaut und verstaut haben und so kommen wir nur selten vor mittags los. Daran gilt es noch zu arbeiten und eine gewisse Routine zu entwickeln, denn wer früher losfährt kommt ja bekanntlich auch früher an oder kann weiter fahren, je nachdem.
Abgesehen von kleineren Schrammen ist uns bisher glücklicherweise noch nichts passiert und wir hoffen, dass das auch weiterhin so bleiben wird. Sollte uns doch einmal irgendetwas passieren, haben wir guten und zuverlässigen Versicherungsschutz beim ADAC, der nach Berichten und Informationen die wir gesammelt haben, den besten Service bietet und allzu teuer ist es auch nicht.
Alles in allem läuft es bisher doch recht gut. Die Stimmung geht zwar, genau wie unsere Strecke, immer mal wieder rauf und runter, doch wir haben große Freude an unserem Projekt. Unsere neue Route sieht jetzt vor, dass wir durch die Schweiz nach Italien fahren und von dort aus dann weiter in Richtung Türkei. So schaffen wir es dann sicherlich auch rechtzeitig dort anzukommen.

Zur Abwechselung mal Nudeln 😉

Von Tauchern, Jägern und Freiburg

Die Woche über ging es immer weiter den Rhein entlang, Offenburg erreichten wir tatsächlich gar nicht mehr. Freiburg war als nächstes großes Ziel geplant, welches wir nicht vor Freitag erreichen wollten, da unsere Bekannten bis zu diesem Tag noch im Urlaub waren. Also hatten wir 3 Tage Zeit für 130 km. Also alles ganz gemütlich und da wir genug Zeit hatten machten wir noch einen kurzen Abstecher nach Straßburg. Wieder unterwegs in Deutschland kamen wir an keiner größeren Ortschaft vorbei, in der sich es gelohnt hätte zu campieren.

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Vor dem Münster in Straßburg
In Straßburg
In Straßburg

So stand zwei Tage Wildcampen an. Mittwochs schlugen wir unser Zelt direkt neben der Straße hinter einem Busch auf, der uns vor den Blicken der vorbeifahrenden Autofahrer schützte. Wir waren gerade fertig mit dem Aufbau und von dem langen Tag auch echt erschöpft, als ein großer Range Rover auf die Wiese gefahren kam. Na toll dachten wir, gerade angekommen und jetzt werden wir wieder davongejagt, was gewissermaßen gepasst hätte, denn wie sich heraus stellte war der Fahrer ein Jäger dem der Hochsitz nahe unseres Zeltes gehörte. Dieser war allerdings sehr freundlich zu uns und meinte, wir sollen uns von ihm nicht stören lassen, er würde auch öfter wildcampen und eigentlich wollte er nur ein Hornissennest aus seinem Hochsitz entfernen.

Das Nest ließ er dann diese Nacht noch in Ruhe, nicht dass die Hornissen sich für ihr Vertreiben noch an uns rächen würden. Also wurde unser Aufenthalt im Prinzip legitimiert und sollte doch noch jemand kommen, könnten wir ja sagen wir gehören zu dem Hochsitz und der Jäger hätte es uns erlaubt. Den „You can´t stop Veganism“ Schriftzug auf unserem Rücken ließen wir den Jäger nicht sehen, da Jäger und Veganer ja bekanntermaßen nicht so gut Freund miteinander sind und wir keine Lust hatten am späten Abend doch noch weggeschickt zu werden. Der nächste Tag verlief wieder recht ereignislos, nach wie vor den Rhein entlang. Am Abend bekamen wir dann in einer Tanzschule, in der wir nach Wasser fragten einen super Tipp für einen Zeltplatz.

Campieren am Matschelsee
Campieren am Matschelsee
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Glasklares Wasser
Leider immernoch nötiger Hinweis
Leider ein immernoch nötiger Hinweis
Hallo Fischies! :D
Hallo Fischies! 😀

Ein kleiner Badesee direkt an der Straße, doch von Bäumen verdeckt, in der Nähe von Lahr. Dort schlugen wir unser Zelt auf, doch wir waren nicht die einzigen, die sich an dem schönen Stückchen Natur erfreuten. Mit uns waren dort noch einige Nachttaucher und eine Gruppe trommelnder Hippies. Das war ein Spektakel. Der See leuchtete von den Taschenlampen der Taucher und musikalisch wurde das Ganze noch von dem rhythmischen Trommeln der Hippies untermalt. Leider hatten wir ein paar Schwierigkeiten bei der Zubereitung unseres Abendessens, was zusammen mit der Erschöpfung dazu führte, dass wir uns richtig anzickten und so die romantische Atmosphäre des Sees nicht richtig genießen konnten. Freitags wollten wir dann Freiburg erreichen. Immer noch genervt voneinander fuhren wir die meiste Zeit schweigend Richtung Freiburg. Unsere Stimmung besserte sich erst kurz vor Erreichen des Ziels.

Gegen halb 10 kamen wir in Freiburg bei Gloria und Alex an und für den nächsten Tag war dann erstmal eine Auszeit angesagt und die war auch dringend nötig. Vier Wochen unterwegs sein und dazu grenzwertige 34 Grad sorgten dafür, dass Samstag bei uns gar nichts ging. Ein kurzer Abstecher nach Freiburg um uns bei dem Wetter mal eine Kugel Eis zu gönnen und dann dort überraschenderweise die örtliche Tierrechtsgruppe bei einer Aktion mit dem Thema Milch zu unterstützen (man ist und bleibt halt Tierrechtler auch im „Urlaub“) war alles, was wir an diesem Tag zustande brachten, ansonsten lagen wir nur erschöpft im Schatten auf der Wiese, um unsere Akkus wieder aufzutanken, denn heute soll es ja frisch und munter weitergehen.

Auch auf Reise keine Aktion auslassen: Unterstützung der Tierrechts-Initiative-Freiburg e.V.
Auch auf Reise keine Aktion auslassen: Unterstützung der Tierrechts-Initiative-Freiburg e.V.
Morgendliche Weckaktion durch den Rasensprenger
Morgendliche Weckaktion durch den Rasensprenger
In dieser süßen „Scheune
In dieser süßen „Scheune“ leben Gloria und Alex